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Was ein Professioneller Skiservice bringt

So ein Ski hat ein hartes Leben. Er wird durch den Schnee getrieben, in Steine gejagt und übers Eis geschubst. Kein Wunder, dass die Bretter schnell an Performance verlieren. Doch das muss nicht sein. Mit einem guten Skiservice kommt Ihr Ski wieder in Bestform. planetSNOW zeigt, wie selbst zerschundene Latten wieder zum Edelracer werden.

Vorchecking
Großer oder kleiner Service? Der Vorcheck gibt Auskunft. Schließlich sind besonders Steinschäden in Belag oder Kante aufwendig zu reparieren. Außerdem bieten Serviceprofis wie Alex Wallner beim Ski-Man in Waltenhofen/ Allgäu unterschiedliche Pakete an – vom Standardservice bis hin zum Individualtuning per Hand. Nach dem Check werden die Skistopper fixiert. Start frei zum Service.

Stanzwerk
So schnell man einen Stein erwischt hat, so mühsam ist es, den Kratzer wieder auszumerzen. Meist sind dazu mehrere Schritte nötig – besonders wenn die Macke tief und groß ist. Erster Step: Große Schäden, die durch den Belag hindurch bis zum Skikern reichen, werden mühsam von Hand ausgestanzt. Besonders in der Nähe der Kante erfordert dies eine hohe Kunstfertigkeit.

Hammerschlag
Stanzwerkzeug hin oder – was bei 100 Stundenkilometern sicher am Ski hängen bleibt, fällt auch bei der Reparatur nicht so leicht ab. Mit Hammer und Meißel geht es daher dem ausgestanzten Belagsstück zu Leibe. Doch Achtung: ein Schlag zu fest und das scharfe Meißelmetall steckt im Ski. Die belagfreie Stelle wird anschließend penibel gereinigt und für die Reparatur vorbereitet.

Pflaster drauf
Jetzt darf der Servicemann den Onkel Doktor spielen. Ein neues Belagsstück mit den gleichen Maßen wie die ausgestanzte Stelle deckt den Belagsschaden ab. Spezialkleber fixiert den Flicken bombenfest. Insgesamt braucht ein Servicemann etwa fünf Minuten, um Kratzer auf diese Art zu verarzten – pro Stück wohlgemerkt. Ein aufwendiges, aber das einzig haltbare Procedere.

Druck machen
Damit der Epoxid-Kleber optimal sauber aushärten kann, fixieren zwei Schraubzwingen eine Wärmeplatte auf dem geflickten Ski. Denn es ist nicht der Anpressdruck, sondern nur der Wärmeeinfluss, der den Kleber zu maximaler Festigkeit bringt. Etwa einen halben Tag dauert diese Wärmebehandlung. Danach sitzt der eingeklebte Flicken genauso bombenfest wie der Originalbelag.

Funkenflug
Selbst wenn die Ski keinen tiefen Kratzer haben, sind sie doch häufig in einem erbärmlichen Zustand. Ein erster schneller Vorschliff per Hand belagsseitig und an der Seitenkante entfernt Rost, begradigt grob Macken in der Kante und trägt speziell die weiße oxidierte Schicht des ausgelaugten Belags ab. Grundvoraussetzung, damit der Ski später wieder neu dasteht.

Tuningschmiede
Viermal durchläuft ein Ski den Vorschliff, dann erst bekommt er das endgültige Belagsfinish verpasst. Danach geht es der Kante an den Kragen. Zuerst wird die Seitenwange geschliffen – in der Regel mit einem Winkel von 88 Grad. Danach hängt der Schleifautomat die Kante belagsseitig ab und poliert sie aus. Das verhindert ein Verschneiden und steigert die Drehfreudigkeit der Ski.

Kantenfinish
Zum Schluss der Schleifparade poliert Alex Wallner die Seitenkante aus, bis sie glänzt. Das verbessert nicht nur die Fahreigenschaften des Skis, sondern sorgt durch die verdichtete Kantenoberfläche auch dafür, dass der Ski länger scharf bleibt. Während man die Kanten früher im Schaufel- und Endenbereich kräftig abrundete, wird heute bei den Carvingski kaum noch die Schärfe reduziert.

Schnellmacher
Damit der Ski auf der Piste richtig abgeht, wird er erst von Schleifresten gereinigt und anschließend heiß gewachst – mit Abstand die beste Methode, damit der Ski lange seinen Speed behält. Während dafür zu Hause meist Mutterns Bügeleisen herhalten muss, arbeiten die Serviceprofis mit einer großen Wachsmaschine. Die macht genau das Gleiche, ist nur deutlich schneller.

Schönheitssalon
Dieser Schritt ist die reinste Zauberei. Im Aufschmelzgerät vermisst ein Laser die Belagsoberfläche bis auf den hundertstel Millimeter und trägt entsprechend mehr oder weniger Belagsmaterial auf, um selbst die kleinsten Kratzer sorgfältig aufzufüllen. Vorteil dieser Auftragmethode: Man muss die Ski nicht so stark abschleifen, was die Lebensdauer der Bretter deutlich verlängert.

Schleifparade
Mit dem neu aufgetragenen Belag sieht der Ski zwar schon ganz schön aus, doch fahren kann man damit noch nicht. Hierzu muss die Lauffläche erst einmal geschliffen und mit einer Struktur versehen werden. In dem mehr als fünf Meter langen Schleifautomaten werden beide Ski per Steinschliff gleichzeitig plan geschliffen. Wasser tropft und Funken fliegen – hier geht es zur Sache.

Beauty-Salon
Nach dem Abkühlen bekommt der Ski das letzte Finish: Die Rotorbürste poliert die Lauffläche und bürstet überschüssiges Wachs aus der Struktur heraus. Anschließend sieht der Skibelag wie neu aus und glänzt wie eine Speckschwarte. Nur so kann der Ski später auf der Piste sein volles Speedpotential entfalten. Außerdem dreht ein gut gewachster Ski deutlich besser.

Vergleichstest
Vom Aschenputtel zur Schönheitskönigin – hier die Ski vor und nach dem Service. Die Kratzer sind raus, der Belag glänzt im Scheinwerferlicht, die Kante ist scharf und frei von allen Graten. Es ist wirklich verblüffend, wie ein professioneller Skiservice selbst abgehalfterte Exponate wieder in Form bringt. Ganz zu Schweigen von dem Fahrspaß, den so ein gepflegter Ski auf dem Schnee bringt.


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