outdoorCHANNEL Logo

Wo drückt der Schuh?

Tipps gegen Skifahrers lieblingsleiden: schmerzende Füsse

Der Skischuh ist wichtiger als der Ski.“ Ein großes Wort gelassen ausgesprochen. Aber es stimmt: Der Stiefel entscheidet, wie Kraft und Steuerimpulse auf Ski und Schnee übertragen werden. Passt er perfekt, dann reagiert der Ski wie die Servolenkung eines Sportwagens – live und direkt. Ein zu großer Stiefel dagegen überträgt Befehle wie das Lenkrad eines Traktors – erst geschieht gar nichts, dann zerrt man wie ein Ochse und kurbelt sich schwindelig, bis der Ski in die gewünschte Richtung zieht. Ein zu kleiner Skischuh drückt, hemmt die Blutzirkulation und blockiert schlimmstenfalls das Sprunggelenk. Statt lässigem Lenken ist Zittern und gefühlloses Geradeausfahren programmiert.
Der Skischuh muss also optimal sitzen. Größer ist hier ausnahmsweise nicht gleich besser. Dennoch fahren die meisten Skifahrer in zu großen Boots. „Ich nehme das Modell, das im Laden so bequem wie ein Hausschuh sitzt!“ ist leider immer noch der Kardinalfehler. Der Innenschuh weitet sich nämlich in den ersten zehn Skitagen um etwa zehn Prozent – das ist fast eine halbe Nummer! Also dürfen die Boots bei der Anprobe gerne fest sitzen. Und im Zweifelsfall sollten Sie sich nicht für die größere, sondern kleinere Nummer entscheiden. Denn eine zu kleine Schale kann der Fachmann durch Ausbeulen und Fräsen sowie durch individuelles Innenschuh-Tuning eher passend machen als eine zu große.
Aber was tun mit einem zu großen Skistiefel? Ist er nur wenige Millimeter zu groß, dann können Skistrümpfe mit dämpfender Polsterung an den Hotspots Knöchel, Ferse und Schienbein Erste Hilfe leisten. Wenn das nicht hilft, muss der Fachmann ran. Der kann das Passproblem mit Fersenkeilen, Einlegesohlen oder individuellen Polsterungen in den Griff bekommen. Damit können Druckstellen oder Blasen vielleicht beseitigt werden, ein Kompromiss bleibt die zu große Schale trotzdem. Und ein geschäumter Innenschuh? Auch ein auf diese Art individuell auf den Fuß angepasster Innenschuh kann eine zu große Schale nicht passend machen. Wer also keine Lust auf einen teuren oder schmerzhaften Fehleinkauf hat, lässt sich in aller Ruhe von einem Skischuhprofi beraten. Denn der Schuh ist wichtiger als der Ski!

1 - Schienbein
Wenn das Schienbein leuchtet wie Rudolph Rentiers Nase, liegt das mit ziemlicher Sicherheit an zu großen Skistiefeln. Plan A: Ziehen Sie hochwertige Skistrümpfe mit dicker Polsterung an. Plan B: Lassen Sie sich vom Orthopädieschuhmacher spezielle Einlegesohlen anfertigen. Noch keine Besserung? Dann muss ein neuer, kleinerer Schuh her!

2 - Waden
Tiefe Wadenansätze sind meist ein Frauenleiden, dicke Waden ein Männerproblem. Sie kennen das? Entfernen Sie alle herausnehmbaren Schaftteile. Oder kaufen Sie einen Schuh mit niedrigem Schaft.

3 - Knöchel
Eines der häufigsten Leiden: Der Innenknöchel fühlt sich an, als ob er statt im Skistiefel im Schraubstock klemmt. Oft hilft bereits, einen Fersenkeil einzulegen. Falls nicht, sollten Sie sich eine Einlegesohle anfertigen lassen. Skischuh-Profis haben noch einen Trick gegen jaulende Knöchel: die Kunststoffschale an der Problemstelle klopfen oder fräsen.

4 - Fersenschlupf
Im Steilhang haben Sie das ungute Gefühl, dass sich Skiboot und Fuß bei jedem Kurzschwung trennen möchten. Klarer Fall: Fersenschlupf durch zu große oder schlecht passende Stiefel! Aber was dagegen tun? Entweder einen Fersenkeil einlegen, um das Innenvolumen zu verkleinern oder den Innenschuh mit Pads abkleben.

5 - Zehengrundgelenk
Wenn das Grundgelenk des kleinen Zehs schmerzt, hilft meist ein bekanntes Gegenmittel: Einlegesohle! Keine Linderung? Dann heißt’s: Druckstelle weiten, fräsen, polstern.


Mobile Ansicht | Webansicht