outdoorCHANNEL Logo

Skitest: 15 Freerideski 2015

Freerider: 15 fette Ski fürs Gelände im Test

Wer einmal mit einem fetten Freerider durchs Gelände gejagt ist, will nichts anderes mehr unter der Bindung haben. Die 15 von uns getesteten Freeride-Modelle beweisen, wieso. Vergleichbare Produkte im Test

Wer sich die vergangenen Jahre in den einschlägigen Skigeschäften an der Wand mit den Freeride-Modellen umgeschaut hat, wird feststellen, dass in dieser Kategorie verdammt viel passiert ist und zahlreiche Innovationen den Markt bereichert haben. Das Angebot an Freeride-Ski mit Modellen über 100 Millimetern unter der Bindung ist so vielfältig wie nie, was vor allem an den unterschiedlichen Konstruktionen, Taillierungen, Shapes und Rocker-Ausprägungen liegt.

Bevor der Begriffs-Dschungel jedoch zu dicht wird, gilt es herauszufinden, welche Art von Freerideski für Sie der richtige ist. Auf der einen Seite gibt es die klassischen Big-Mountain-Ski, die durch Spurtreue und Laufruhe in allen Lagen zu überzeugen wissen. „Das sind Ski für echte Kerle mit kräftigen Oberschenkeln, die es gerne richtig krachen lassen“, charakterisiert planetSNOW-Herausgeber Olaf Beck diese Gattung. Die meist um die 190 Zentimeter langen Planken sind dank der Kombination aus einer Breite um die 115 Millimeter unter der Bindung und einem harten Flex enorm spurtreu, gleichzeitig aber auch träge und wollen mit Kraft bewegt werden.

Deutlich geschmeidiger und agiler kommen die Backcountry-Freerider daher. „Die Ski sind ebenso wie die Big-Mountain-Modelle für die großen Tage mit viel frischem Powder konzipiert“, erläutert planetSNOW-Tester Michael Knab. „Allerdings steht bei diesen Ski der Spaß und das Spielen im und mit dem Gelände im Fokus und weniger das schnelle Vorankommen von A nach B.“ Dabei unterscheiden sich die Backcountry-Freerider von der Breite her kaum von den reinrassigen Big-Mountain-Brettern. Sie haben alle meist über 105 Millimeter unter der Bindung. Mit den verschiedensten Rocker-Technologien sind alle im Test befindlichen Modelle ausgestattet. Die großen Unterschiede liegen somit im Radius (zwischen 19 und 32 Metern) und, am stärksten, im jeweiligen Shape.

Die größte Veränderung bei des Shapes ist in den letzten Jahren der Taper. Davon spricht man, wenn die breiteste Stelle des Ski nicht direkt vor der Aufbiegung der Schaufel oder des Skiendes liegt, sondern eher in Richtung Skimitte wandert. Zum einen spart das Gewicht, zum anderen verkürzt es die effektive Kantenlänge. Diese Konstruktionsart hat im Powder den Vorteil, dass der Ski leichter aufschwimmt. Gleichzeitig führt sie aber auch dazu, dass der Ski sich, aufgrund der nun kürzeren effektiven Kante, auch auf der Piste oder bei härteren Bedingungen besser steuern lässt und sich extrem agil präsentiert.

Vor allem für nicht so geübte Geländefahrer, Skifahrer, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollen, und all diejenigen, die den einen oder anderen Trick in ihre Fahrt einbauen, spritzige Waldabfahrten oder enge Passagen lieben, machen die Ski mit Taper Sinn. „Allerdings lässt die im Vergleich zur klassischen Taillierung kürzere Kante und der meist kleinere Radius der Taper-Modelle diese Ski bei höheren Geschwindigkeiten etwas nervös werden“, berichtet planetSNOW-Tester Peter Hatzl von seinen Erfahrungen während des Tests.

Wer also epischen Big-Mountain-Lines mit langen Turns und hohen Geschwindigkeiten bevorzugt, sollte eher bei den Ski mit traditioneller Taillierung zugreifen. „Besonders beeindruckend war“, findet planetSNOW-Tester Christian Knab, „dass sich die Ski dank der neuen, speziell auf die breiten Freeride-Ski abgestimmten Bindungen extrem präzise fahren lassen.“ Wo man vor nicht allzu langer Zeit noch die Streubreite einer Heustadlwand einplanen musste, sitzt heute jeder Turn punktgenau - das entsprechende Fahrkönnen vorausgesetzt.

Wer es dabei gerne krachen lässt, wird mit dem Salomon Q-105 enorm viel Spaß haben. Der Ski überzeugt durch hohe Laufruhe und seine sportlichen Fahreigenschaften. Etwas variabler, aber trotzdem noch klar mit Big-Mountain-Ausrichtung präsentiert sich der Scott Punisher. Wer die etwas gemütlichere Gangart bevorzugt, gerne mit den Geländeformen spielt und für wen Geschwindigkeit nicht alles ist, der wird mit den sehr breitbandigen und spielerischen Modellen Rossignol Super 7, K2 Shreditor 112, und dem Atomic Automatic 102 hervorragend bedient. Aber ganz egal, ob Sie nun eher Richtung Big-Mountain- oder Backcountry-Freerider tendieren – mit den aktuellen Modellen sollten Ihre schönsten Powder-Träume Wirklichkeit werden.



Mobile Ansicht | Webansicht