Perfekter Service für ihre Ski

Mensch oder Maschine?

Kante, Belag, Wachs: Nur mit erstklassigem Tuning fährt sich ein Ski perfekt. planetSNOW sagt, worauf es beim Heimwerken und beim Profi-Service ankommt.

Dick auftragen? Der Profi zeigt wie´s geht.

Reifendienste und Sportfachhändler stöhnen alle Jahre wieder: Beim ersten Schneefall fällt der Kundschaft ein, dass man a) Winterreifen aufziehen und b) die Ski zum Service bringen muss. Klügere Skifahrer haben die Wartungsarbeiten längst erledig­t – gerne als rituelle Abschluss­zeremonie der vorangegangenen Saiso­n. Sie stehen daher nicht am Service-Schalter, sondern schon am Lift.
Mit einem Pflegetermin pro Winter ist es aber nicht getan. Je besser ein Skifahrer fährt, desto mehr weiß er einen perfekt getunten Ski zu schätzen. Viel­e lege­n selbst Hand an – Ehren­sach­e. Mit etwas Erfahrung sind Kantenschleifen und Wachsen kein Hexenwerk. Anders sieht‘s aus, wenn Feintuning gefragt ist oder Bela­g oder Kante ernsthaft beschädigt sind. Dann ist der Gang zum Profi Pflicht.

Die Kanten kann man nach jedem Skitag Hand pflegen, dennoch muss die Maschine regelmäßig ran.

Do it yourself: Auch für engagierte Laien zu bewältigen ist das normale Wachsen. Die Method­e »Haushalts­bügeleisen« erfordert zwar mehr Wachs als eine Profi-Maschine, aber wer regelmäßig wachst, kann seinen Belag damit länger haltbar und schneller machen. Das Präparieren der Kanten ist schon anspruchsvoller. Praxistipps finden Sie in unserem Crashkurs auf der übernächsten Seite.

Auch bei den Profis ist Service nicht gleich Servic­e. Nehmen Sie die Blitz-Wartun­g für fünf Euro oder das »Bode-Miller-Tuning-Paket« zum zehnfachen Preis? Auch beim Profi-Service gilt: Je mehr man Bescheid weiß, desto besser wird man bedient. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema …

Mensch oder Maschine? Besser: Mensch und Maschine!

Müssen auch neue Ski zum Service? Der typisch­e Skiurlauber, der pro Winter zwei Woche­n über blau-rote Pisten cruist, wird mit dem Standard-Setup neuer Ski keine Probleme haben. Anders der engagierte Sportskifahrer, für den seine Bretter die Welt bedeuten. Jeder Skihersteller wählt unterschiedliche Belag-Strukturen und Kantenschliffe. Es kann passieren, dass sich der nagelneue Traumski auf der Piste gar nicht so traumhaft fährt wie erwartet. Spätesten­s dann sollte man ihn von einem Vollprofi auf die eigenen Bedürfnisse einstellen lasse­n. Besser aber noch vor der ersten Fahrt: »Wenn ich als Händler ein Paar Ski verkaufe, habe ich die Wahl: Gebe ich Rabatt oder biete ich stattdessen Top-Service, indem ich ein Erst-Tuning für Belag und Kante spendiere. Das ist dann so, als ob Sie Ihr neues Auto abholen und es noch gewachst und aufgetankt wird«, sagt Skiservice-Experte Herbert Konrad (hk-sportservice.de).

Besser als Vollautomaten: Ein gutes Service-Team an Single-Maschinen.

Welcher Kantenwinkel für wen? Für die Mehrheit der Skifahrer hat sich heute ein Seiten­kantenwinkel von 88° etabliert. Er bietet auf Eis genügend Halt und ist trotz seiner Aggressivität langlebig. Um die Drehfreude und damit Fahrbarkeit der Ski zu gewährleisten, werden die belag­seitigen Kanten zwischen 0,5° (gutmütig) und 0,3° (aggressiver) abgehängt. Wenn Sie den Gesamtwinkel spitzer wählen, ist der Ski zwar aggressiver, muss aber auch häufiger nachge­arbeitet werden. Je nach Jahreszeit schleifen Sportfachgeschäfte eine Struktur in den Belag, die Gleiteigenschaften und Halt verbessert. Im Frühjahr ist diese gröber und im Hochwinter feiner – je nach Schneekristallgröße.

Wie oft muss ein Ski in die Werkstatt? Wie viele Skitage ein präparierter Ski »frisch« bleibt, hängt in erster Linie von den Schnee­bedingungen ab. Auch wenn der Belag noch frei von Kratzern ist (und nicht grau – sonst fehlt nämlich Wachs), sollte auf jeden Fall die Kante regelmäßig bearbeitet werden. Selbst kann man die Kanten nach dem Fahren poliere­n (per Diamantfeile oder Keramikstein), früher oder später muss sie aber dennoch vom Profi nachgearbeitet werden.
Um das Gerät permanent im Idealzustand zu halten, pflegen Könner und Kaderrennläufer ihre Ski am Ende jedes Tages und bringen sie regelmäßig zur Maschinenwartung. Legt man Profi-Maßstäbe an, sollte man das alle zwei, drei Skitage machen. Auch engagierte Hobby-Skifahrer spüren spätestens nach fünf bis siebe­n Skitagen ein deutliches Nachlassen der Performance – und schauen mal schnell beim Servic­e-Betrieb ihres Vertrauens vorbei.

Fazit: Ein versierter Skifahrer stellt gar nicht die Frage nach »Mensch oder Maschine?« Sonder­n danach, wie beides zum perfekten Skierlebnis beitragen kann.  Andreas Erkens