11 Racecarver im Test 2018

Test: 11 Racecarver-Modelle aus 2018

Racecarver im Test 2018
Foto: Helmut Baumgartner

Welcher Racecarver Ihnen den größten Fahrspaß bietet, zeigt der DSV skiTEST. Meine Damen und Herren: Bitte anschnallen!

Versetzen wir uns kurz auf die Rennradbahn. Die hautengen, kurzen Radlerhosen schaffen es nur bedingt, die stahlharten, bis auf den letzten Millimeter definierten Oberschenkelmuskeln zu verbergen. Die beiden Fahrer sitzen gespannt auf ihren stabilen Rennmaschinen und warten auf den Startschuss. Peng! Endlich entlädt sich die Kraft und wird durch ebenso kräftige wie filigrane Tritte in die Pedale auf die Bahn gebracht.

Über den Sieg bei der 4000-Meter-Einerverfolgung der Bahnradfahrer entscheiden die Kondition, das Durchhaltevermögen und die höchste Dauergeschwindigkeit. Um diesen hohen Belastungen standzuhalten, muss das Material den Fahrer optimal unterstützen.

Genau diese optimale Unterstützung bekommen technisch versierte und gut trainierte Skifahrer auch, wenn sie zu einem Modell der Racecarver-Kategorie greifen.

Kleine Brüder der Riesenslalom-Rennski

Denn: Dass man sich auf die Skikonstruktionen und Materialien in dieser Kategorie verlassen kann, zeigen nicht nur die Testergebnisse des bei optimalen Bedingungen in Obergurgl durchgeführten DSV skiTEST, sondern auch die Rennen im Skiweltcup.

Die Racecarver werden nicht ohne Grund als die kleinen Brüder der Riesenslalom-Rennski bezeichnet, natürlich mit anderen Geometrien und nicht absolut identischen Aufbauten und Materialien. „Racecarver sind pistenspezifische Ski für harte, sehr gut präparierte Pisten und weite, auf der Kante gezogene Schwünge“, definiert Andreas König, einer der beiden Testleiter des DSV skiTEST, den Haupteinsatzbereich dieser Ski.

Die hohe Torsionssteifigkeit der Ski, kombiniert mit einem härteren Flex für Spurtreue und Stabilität im oberen Geschwindigkeitsbereich, sorgen für das nötige Maß an Sicherheit und Fahrperformance. „Die Ski der Racecarver-Kategorie sind aus meiner Sicht auch heute noch eine der wesentlichen Skikategorien“, findet Barbara Wirth aus der Profi-Testcrew. „Denn mit den Racecarvern werden vornehmlich Pistenskifahrer angesprochen, die spurstabile, aber dennoch bewegliche Ski suchen und sich vor allem bei mittleren und langen Radien und mittlerem bis hohem Tempo zu Hause fühlen.“

Perfekt für lange Temposchwünge

Selbstverständlich kann man diesen Ski auch in kurze Radien drücken oder einen gerutschten beziehungsweise gedrifteten Schwung mit ihm fahren, jedoch prädestiniert sind die Modelle für den langen, geschnittenen Temposchwung auf der Kante. Und auch sportliche Skifahrer mit noch klassisch kompakterer Skistellung kommen mit diesen Modellen gut zurecht.

Aber letztendlich ist es das berauschende Gefühl der Geschwindigkeit, die auftretenden Fliehkräfte und ein angenehmes Ziehen in den Oberschenkeln, was jede Fahrt mit einem Racecarver zu einem unvergleichlichen Erlebnis macht.

„Die innovativen Skikonstruktionen sorgen durch perfekten Kantengriff und filigran abgestimmte Dämpfungselemente und -materialien, in Kombination mit unterschiedlichen Bindungs- und Plattensystemen, selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten für ein Höchstmaß an Laufruhe“, so der zweite Testleiter des DSV skiTEST Florian Schmidt. Vollgas, bis die Oberschenkel glühen ist bei den Bahnradfahrern und häufig auch bei den Skifahrern die Racecarver unter den Skischuhen haben, Programm.

Herausragende Modelle im DSV-Test Racecarver

Aber im Schnee ist Vorsicht geboten, denn während bei der Einzelverfolgung immer nur zwei Fahrer gleichzeitig auf der Bahn sind, ist die Skipiste meist deutlich voller. Und – die Knautschzone ist beim Skifahrer leider sehr gering.

Zu den Parademodellen gehört der Head i. Speed, prämiert mit dem DSV SportTIPP. Einmal auf die Kante gestellt, beißt sich diese förmlich in den harten Untergrund, leichte Unebenheiten auf der Piste werden wie nichts geschluckt. Ebenfalls einen DSV SportTIPP sicherte sich der Nordica Dobermann GSR RB FDT. Ein super sportlicher Racecarver für ambitionierte Skifahrer, der sich präzise steuern lässt.

Harmonischer und nicht ganz so aggressiv wie die sportlichen Modelle präsentierten sich die komfortablen Racecarver während der DSV skiTEST-Wochen in Obergurgl, ohne dabei jedoch an Charakterstärke einzubüßen. Mit dem begehrten DSV aktivo ausgezeichnet wurden dank ihrer präzisen Steuereigenschaften, kombiniert mit einer großen Vielseitigkeit, der Atomic Redster G9 AFI, der Salomon S-Race Pro sowie der Völkl Racetiger GS. Drei Modelle, die aufgrund ihrer Breitbandigkeit und den sportlichen und ebenso fehlerverzeihenden Eigenschaften den DSV aktivo mehr als verdient haben.

Die Racecarver im Test: