11 Slalomcarver im Test (2018)

Test: 11 Slalomcarver-Modelle aus 2018

Slalomcarver im Test 2018
Foto: Helmut Baumgartner

Enge, geschnittene Slalomturns auf der Kante – die Paradedisziplin der Slalomcarver. Wir haben die aktuellen Modelle eingehend getestet.

Kraft, Technik und Körperbeherrschung sind grundlegende Faktoren, die das Leistungsniveau eines Turners bestimmen. Wer genau diese Eigenschaften beim Skifahren gekonnt einzusetzen weiß, bekommt mit einem Slalomcarver Adrenalin pur.

Mit dem Zirkel gezogene Kurven

Rufen wir uns zum besseren Verständnis einen Bodenturner ins Gedächtnis: Noch einmal kräftig durchatmen, die Konzentration sammeln, und das Umfeld, soweit es geht, ausblenden. Vier schnelle Schritte Anlauf und los geht es: Radwende, Flickflack, Doppelsalto rückwärts mit eineinhalb Schrauben und zum Schluss der Bahn noch einen Salto rückwärts in den Stand geturnt – wendig, schnell, grazil und gekonnt fliegt der Turner über die Bodenmatte.

Die Geschwindigkeit ist teilweise so hoch, dass man die komplexen Bewegungsfolgen mit bloßem Auge kaum sehen kann. Perfektion wird beklatscht, und eine gekonnt präsentierte Übung zieht sämtliche Aufmerksamkeit auf sich.

Genau diese Bewunderung bekommt ein Skifahrer, der gekonnt wie mit dem Zirkel gezogen Kurve für Kurve aneinanderreiht und damit beneidenswerte Gemälde in die frisch präparierte Piste fräst. Anerkennendes Staunen lässt die anderen Skifahrer auf der Piste wie farblose Statisten wirken. „Die Slalomcarver sind für sportliche bis sehr sportliche Skifahrer, die über eine sehr gute und präzise Skitechnik verfügen, optimal geeignet“, erklärt Florian Schmidt, einer der beiden Leiter des DSV skiTEST, „wenn sie gleichfalls über die entsprechende Kraft verfügen, denn die Ski wollen stets aktiv auf der Kante gefahren werden.“

Geringer Radius gut für Slalomcarver

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man sich – der Schwerkraft trotzend – gnadenlos in die Kurven legen. Möglich wird dies durch die radikalen Geometrien der Slalomski: eine ausladende Schaufel, eine recht schmale Taille und ein breites Skiende. Der geringe Radius von weniger als 13 Metern begünstigt das Spiel mit der Kante und den Gravitationskräften.

Neben der Taillierung der Ski, die sich bei den einzelnen Herstellern in dieser Kategorie kaum unterscheidet, „sorgt die Abstimmung von Längs- (Flex) und Quersteifigkeit (Torsion) für die feinen Unterschiede bei der Fahrperformance jedes einzelnen Skis“, so der zweite Testleiter Andreas König.

Vom Weltcup in die Serienproduktion

Während der Turner seine Leistung aber nur durch hartes und zielgerichtetes Training verbessern kann, greifen die Hersteller den Skifahrern immer wieder mit neuen und innovativen Entwicklungen helfend unter die Arme. Wie bei den Racecarvern werden auch bei den Slalommodellen Erkenntnisse aus dem Weltcup direkt in die Serienproduktion umgesetzt.

„Ziel ist es dabei“, so Arwed Raab aus dem Profi-Testteam des DSV skiTEST, „in der Kategorie Slalom einen optimalen Ski für Skifahrer zu bauen, die das ultimative Kurvenerlebnis bei mittlerem bis hohem Tempo lieben.“ Ein Slalomcarver ist prädestiniert für gut präparierte, harte, ja sogar eisige Pisten und enge, auf der Kante gezogene Schwünge.

Und genau in diesem Terrain lassen sich seine Stärken auch am besten ausfahren. Prädestiniert hierfür ist die Festkogel-Abfahrt in Obergurgl, auf der die Testcrew bestehend aus Profi-Testteam und einer Vergleichsgruppe die Ski eingehend in der Praxis nach vorgegebenen Fahraufgaben testet. Wenn es in dieser Kategorie eine Leistungsgrenze gibt, dann lässt sich diese beim Fahren im Hochgeschwindigkeitsbereich und bei langen Radien festmachen. Denn: Ein Slalomcarver erfordert im Topspeed-Bereich wegen seiner – durch seine geringe Länge bedingt – geringeren Laufruhe einfach mehr Kontrolle vom Fahrer als beispielsweise ein Race- oder Sportcarver.

Ski mit dem DSV aktiv SportTIPP

Große Begeisterung löste bei den Testern der mit dem DSV aktiv SportTIPP ausgezeichnete Head iSL aus. Ein sehr rennsportlich geprägter Ski, der auch bei höherem Tempo stabil liegt und sich präzise steuern lässt. Mit dem begehrten DSV aktivo für enorme Breitbandigkeit belohnt wurden der Atomic Redster S9 AFI, der Elan SLX Arrow und der Nordica Dobermann SLR RB FDT. Skimodelle, bei denen neben der großen Variabilität und der harmonischen Abstimmung die nötige Prise an Sportlichkeit nicht zu kurz kommt.

Der DSV-Skitest fand übrigens im Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl statt.

Slalomcarver im Test: